Was dem Stinker sein Sprit ist dem E-Heli sein Akku

 

Nein, wir verbrennen doch keinen Sprit und stinken in der Gegend rum. Wir E-Heli Piloten lauschen doch viel zu gerne dem Flappen der Rotorblätter und nicht dem kreischenden Sound eines Verbrenner-Helikopters. Denn wir haben ja unsere Akkus.

Vorteil: Stinkt nicht!

Nachteil: relativ teuer, Akkus müssen geladen und gepflegt werden und können bei falscher Behandlung kaputt gehen.

Mittlerweile haben sich im Flugmodellbau Lithium-Polymer Akkus – kurz: LiPos – durchgesetzt. Sie sind bei relativ hoher Kapazität recht leicht, können relativ starke Ströme abgeben und haben wenig bis keinen Memory-Effekt. Einige Dinge muss man allerdings beachten, sonst währt die Freude nur kurz:

1. LiPos dürfen niemals ganz entladen werden. Eine Restkapazität von 20 % hat sich hier bewährt und schützt vor Tränen. Ein LiPo, der zu stark entladen wird, wird unweigerlich zerstört.

2. Bei kalter Witterung verlieren LiPos an Leistung. Freaks benutzen LiPo-Heizungen, um die Teile auf Betriebstemperatur zu bringen.

3. LiPos erwärmen sich beim Betrieb. Die Temperatur sollte nie zu hoch (>50°C) werden. Vor dem Laden müssen LiPos abkühlen.

4. Man muß sich vorher überlegen, wieviel Ampere der Regler im Dauerbetrieb, aber auch als kurzzeitige Spitzenlast zieht und sich die Akkus entsprechend aussuchen. Der C-Wert ist hier das Maß aller Dinge. Ihn muß man mit der Gesamtkapazität multiplizieren, um zu errechnen, welchen Strom der Akku maximal liefern kann.
Ein Beispiel: Meine Flugakkus für den Hurricane haben eine Kapazität von 5000 mAh und 8/16 C, d.h. als Dauerbelastung können diese Akkus 5000mAhx8C=4000mA=40A liefern und unter Last kurzzeitig das Doppelte.

5. Man benötigt ein spezielles Ladegerät mit LiPo-Programm und einem integriertem oder externen Balancer. Der Balancer sorgt dafür, dass die Einzelzellen im Pack gleichartig geladen werden und alle die gleiche Spannung besitzen. Laden ohne Balancer führt zur sogenannten Zelldrift und ist eine prima Methode, seine Akkus zu vernichten.
Ich verwende ein relativ günstiges Ladegerät von Jamara mit integriertem Balancer, das X-Peak230 BAL, mit dem ich recht zufrieden bin. Man kann aber auch hier, wie immer bei diesem Hobby, auch wesentlich mehr Geld loswerden.

Konfektionierte LiPos kommen als Packs von in Reihe geschalteten Einzelzellen. Jede Einzelzelle liefert eine Spannung von 3,7 V. Ein Pack aus 3 Einzelzelle (abgekürzt 3S1P) liefert demzufolge 3×3,7V=11,1V. Ein Pack aus 5 Einzelzellen (5S1P) liefert 18,5 V.

Meine Akkus

von oben nach unten:

1. SLS 5S1P 5000mAh 8C/16C: Ich habe drei von diesen Bricketts und fliege meinen Hurricane damit. Bei Beachtung der 20 % Prozent-Regel komme ich damit auf 12 Minuten Schwebeflug im Stellerbetrieb.

2. ACE Power 3S1P 2200mAh 20C: Der Akku lag meinem Mini Titan Baukasten bei und liefert genug Saft für 7 Minuten Flugzeit.

3. SLS 3S1P 2100mAh 20 C: Günstiger und guter Akku von Stefans Liposhop. Deshalb habe ich auch gleich 6 Stück von diesen Müsli-Riegeln. Die Flugzeiten mit dem Mini Titan liegen bei 7 Minuten im Stellerbetrieb. Seit kurzem fliege ich den Mini Titan im Govenour-Modus, weshalb ich die Flugzeiten vorsichtshalber auf 6 Minuten begrenzt habe.

4. RockAmp 2S1P 1000mAh: mein Empfängerakku für den Hurricane. Reicht für 3 -4 Flüge, danach leuchtet mein externes BEC nervös-orange. Ich habe noch eine SLS 2S1P 1200 mAh als Empfängerakku, der war aber, als ich dieses Foto gemacht habe, im Hurricane verbaut und ich hatte keinen Nerv, ihn auszubauen.

Habe ich schon erwähnt, dass LiPos auch brennen und explodieren können? Ja, ja, das kann passieren, wenn der Akku beschädigt oder falsch geladen wurde. Im Internet kursieren einige beeindruckend spektakuläre Videos und Fotos zu diesem Thema. Also immer schön vorsichtig sein!

Und ja! Ich weiß! Meine Stecker sehen irgendwie komisch aus. Na und?

Dieser Beitrag wurde urprünglich am 15. April 2008 auf meiner Website Skylab – hier geht´s um Helis veröffentlicht.

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