Manche nennen es Spielzeug – EagleTree Micrologger V3

 

Nein, der Datenlogger von EagleTree Systems ist natürlich kein Spielzeug, sondern ein wichtiges, wenn auch nicht unentbehrliches Meßgerät, mit dem sich alle wichtigen Parameter des Helikopters im Flug aufzeichnen lassen. Der Sinn des ganzen liegt darin, Schwachpunkte der Konfiguration aufzudecken und verschiedene Komponenten miteinander zu vergleichen. So kann man beispielsweise Rotorblätter verschiedener Größe und von unterschiedlichen Hersteller in Bezug auf Stromverbrauch und Einfluß auf die Motorleistung miteinander vergleichen.

Der Datenlogger kann verschiedene Parameter messen und Speichern. Ich überwache mit ihm 2 Temperaturen (Akku und Motor), die Rotorkopf- und Motordrehzahl, beim Mini Titan mit dem brushless Sensor, beim Hurricane verwende ich den optischen Sensor. Die Akkuleistung wird in Form von Volt und Ampere überwacht. Zusätzlich besitze ich den Höhenmesser, den ich bislang aber noch nicht ausprobiert habe.

 

Powerpanel und optischer Sensor

Optional ist das sogenannte Powerpanel erhältlich, das die Flugdaten live anzeigt. Sehr praktisch ist die Anzeige der jeweiligen Maximalwerte, so dass man auf dem Flugfeld auch ohne Laptop einen guten Eindruck seiner Heli-Konfiguration bekommt.

Das Foto zeigt das Powerpanel am Hurricane 550. Auf der linken Seite über dem Hauptzahnrad ist der optische RPM-Sensor befestigt, den ich zum Schutz in roten Schrumpflschlauch eingepackt habe. Auf das Hauptzahnrad habe ich mit Lack einen weißen Punkt gemalt, der für die Funtion des optischen Sensors ausreichend Kontrast liefert. Die vom Datenlogger ermittelten Umdrehungszahlen stimmen ziemlich genau. Ich habe das mit meinem Skytach nachgemessen und so überprüft.

 

 

Auswertungssoftware

Die mitgelieferte Software ist übersichtlich und nach kurzer Einarbeitungszeit gut zu bedienen. Mit ihr lassen sich die Daten auslesen und auswerten. Lezteres kann auf zwei verschiedene geschehen. Zum einen kann man den kompletten Flug wie einen Film abspielen. Die Daten werden dann im Cockpit-Look dynamisch angezeigt. Zum anderen läßt sich das Material natürlich auch grafisch dokumentieren und speichern. Bei beiden Möglichkeiten verfügt der Benutzer über vielfältige Möglichkeiten, persönliche Anpassungen durchzuführen.

Das Dateiformat des Datenloggers ist kompatibel zu Microsoft Excel, so dass man die Daten recht einfach in Excel importieren und hier die vielfältigen Möglichkeiten der grafischen Aufbereitung nutzen kann. Hier könnte man dann auch den einzigen Nachteil der Auswertungssoftware umgehen, den ich sehe, nämlich die Nicht-Skalierbarkeit der X-Achse.

Die Software verfügt auch über einen Livemode, d.h. die Daten können über das USB-Kabel im laufenden Betrieb eingelesen und dargestellt werden, vorrausgesetzt, man hat seinen Laptop dabei. Fliegen sollte man so natürlich nicht, ist ja klar, aber für den ein oder anderen Bodentest mag dies ein nützliches Feature sein.

 

Fazit

Für den wirklich ambitionierten Heli-Bastler und -Piloten ist ein Datenlogger unverzichtbar, um wirklich die kleinsten Parameter bei seinem Fluggerät zu optimieren. Für alle anderen ist das Gerät mal mindestens nützlich und wenn auch nur, um mal einen Eindruck von Rotorkopf-Verhalten oder Ampere-Belastung des Akkus zu bekommen. Aber wie immer bei unserem Hobby ist der Datenlogger vor allem eines: ein faszinierendes Gimmick und ein verdammt nettes Spielzeug.

 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich am am 17. April 2008 auf meiner Website Skylab –  hier geht´s um Helis veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwanzig − dreizehn =