Die Wahl der Waffen – unverzichtbares Werkzeug

Man benötigt zum Helikopterbau einiges spezifisches Werkzeug, das sich normalerweise nicht unbedingt im Werkzeugkoffer des Heimwerkers befindet. Hier habe ich mal die wichtigsten Dinge zusammengestellt, wobei ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Der ein oder andere Kollege wird sicherlich andere oder zusätzliche Tools verwenden.

 

Werkzeug zum Bauen:

Hier die wichtigsten Werkzeuge zum eigentlichen Aufbau des Helikopters:

1. Schieblehre zum messen von Abständen und Gestängelängen. Es gibt spezielle Aufsätze um Gestängelängen mit montierten Kugelköpfen zu vermessen (hier nicht abgebildet).

2. Kugelkopf-Reibahle: zum vorsichtigen Erweitern von schwergängigen Kugelköpfen. Leichtgängige Anlenkungen erhöhen die Präzision der Steuerung, schonen die Servos und vermindern ihren Energieverbrauch.

3. Inbusschlüsselsatz metrisch: 1,5 mm, 2 mm, 2,5 mm, 3 mm.

4. Kugelkopfzange mit Haltenut für Paddelstangen zur schonenden Montage und Demontage von Kugelköpfen. Kugelgelenkdreher sind recht praktisch, weil sie die Finger schonen und Schmerzen ersparen (nicht abgebildet)

5. kleine Kreuzschlitz-Schraubendreher.

 

Werkzeug zum Einstellen:

Zum Einstellen des Helikopters benötigt man einige recht spezielle Werkzeuge:

6. Rotorblatt-Waage zum evt. Ausbalancieren der Hauptrotorblätter.

7. Taumelscheibenlehre zum lotrechten Ausrichten der Taumelscheibe.

8. Pitchlehre für kleine Helis (Rotordurchmesser unter 1 m) zum Einstellen des Anstellwinkels der Hauptrotorblätter.

9. Paddelstangen-Fixierhilfe zum Feststellen der Paddelstange beim Einstellen der Pitchwerte. Braucht man nicht unbedingt, ist aber praktisch.

10. Pitchlehre für große Helis mit einem Rotordurchmesser von mehr als 1 m.

11. Paddellehren zum Justieren der beiden Paddel an der Paddelstange.

 

Werkzeug zum Basteln:

12. Dremel, in diesem Fall ein Proxon. Multifunktionsblickfang zum Bohren, Schleifen, Fräsen. Kann man immer gebrauchen. Es empfehlen sich verschiedene kleine Bohrer und Trennfräsen. Das Anpassen von Helikopterhauben und Fräsen von Lüftungsöffnungen ist mit diesem Gimmick ungleich einfacher, als mit Teppichmesser, Skalpellen oder sonstigen potentiellen Mordwaffen herumzuhampeln.

13. Lötstation, am besten regelbar, zum Löten von Steckverbindungen und allem anderen elektrischem und elektronischem Kram. Zum Löten von Dean-Steckern empfiehlt sich eine Wattzahl von nicht unter 30 W. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass man sich nicht den Stecker wegschmilzt. Goldkontakte sind wesentlich einfacher zu löten, aber nicht so sexy.

Sonstiges:

  • Verschiendene Klebstoffe sind sinnvoll, z.B. Sekundenkleber und 2 Komponenten-Harz.
  • Ich steh total auf Schrumpfschlauch. Bei mir wird jede Lötverbindung kuschelig eingeschrumpft. Mit Isolierband sollte man nicht rumeiern, das hält nicht und angesichts der Ströme, die im Heli fließen können (beim Hurricane bis zu 40 A), ist das keine gute Idee.
  • Zum Selbstbau eines Trainingsgestells empfehlen sich CFK-Rohre und Styropor- oder Dekokugeln aus dem Baumarkt. Eine 1,5 mm GFK-Platte kann auch sinnvoll sein. Die habe ich z.B verwendet, um beim Hurricane eine Bodenplatte einzusetzen um das ein oder andere Elektronikbauteil besser unterbringen zu können.
  • manchmal ist eine kleine LED-Taschenlampe praktisch, z.B. um das Heckrohr auszuleuchten um die korrekte Lage des Heckriemens zu bestätigen.
  • Pinzetten für kleine Schrauben sind uncool aber sinnvoll.
  • Selbstklebendes Klettband und Akkubefestigungsbänder aus Klettmaterial zum Befestigen von allem denkbaren.
  • Ganz wichtig: Schraubensicherungslack mittelfest. Schrauben die durch Metall geführt werden müssen unbedingt gesichert werden, sonst gibt es Schmerz, Blut und Tränen. Kein Scherz, die Schrauben, speziell am Rotorkopf und Motor werden sich lösen, wenn sie nicht eingelackt werden.
  • Spiral- oder Gewebeband und Kabelbinder zum Verlegen und Sichern aller Kabelverbindungen.

 

Werkzeug zum Messen:

14. Skytach zum Messen der Rotorkopf-Umdrehungen. Der Heli wird wie mit einer Kleinbildkamera anvisiert. Über zwei Knöpfe auf der Rückseite wird das Bild im Sucher so eingestellt, das der Rotor zu stehen scheint. Dann sind Umdrehungszahl von Rotor und Motorblende des Skytach synchron.
Vorteil: Man kann aus der Entfernung messen und muss sich der rotierenden Kreissäge nicht nähern, wie das bei z.B. beim RPM-Check der Fall ist.
Nachteil: will man die RPM im Flug messen, braucht man einen Helfer, weil Fliegen und durch den Sucher gucken ist nun wirklich keine gute Idee.

Eine Alternative ist die Verwendung eines Datenloggers. Ich verwende den EagleTree Micrologger mit optischem und brushless RPM-Sensor, Höhen- und Temperaturmesser. Aber diesem coolen Gerät werde ich noch einen eigenen Artikel widmen.

 

Dieser Beitrag wurde urprünglich am 15. April 2008 auf meiner Website Skylab – hier geht´s um Helis veröffentlicht.

 

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